Headspa Kolumne - Authentische News aus dem Salon

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Falschmeldungen und Gerüchte

Liebe Leserinnen und Leser, diese Kolumne ist am Hurricane-Wochenende entstanden und daher konnte ich es mir nicht verkneifen auch hierzu einen Bezug herzustellen, denn im Vorfeld gab es auch hier viele Gerüchte. Allen voran das, dass es keine Möglichkeit mehr geben wird mit dem Fahrrad von Scheeßel nach Westervesede zu gelangen und somit einen Blick auf das Festivalgeschehen zu erhaschen. Richtig ist, dass es diese Möglichkeit auch dieses Jahr gab. Genauso gab es auch einen kleinen Supermarkt und damit auch ausreichend Getränke, Essen und andere nützliche Dinge für die vielen Campinggäste - der erwartete Ansturm auf die örtlichen Geschäfte ist somit dann doch etwas kleiner ausgefallen.

Kein Gerücht war allerdings die Situation um die Ein- und Ausgänge zum Festivalgelände, die dieses Jahr (nicht nur meiner Meinung nach) schlecht gelöst war. Den Besucherstrom durch einen „Flaschenhals“ zu lenken und die Festivalbesucher über den Wall am Eichenring laufen zu lassen, ist sicherheitstechnisch bestimmt nicht die ideale Lösung gewesen.

Eine für uns Friseure fatale und imageschädigende Pressemeldung versetzt derzeit unsere Branche in Aufregung. Etliche Medien berichten derzeit, dass das Friseurhandwerk im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (auf Grund der Preissteigerungen) ein Umsatzplus von 62,9 % verzeichnen konnte. Dies ist schlichtweg falsch! Denn diese angebliche Umsatzsteigerung vom ersten Quartal 2021 zu 2022 ergibt sich aus den gemeldeten Umsatzzahlen der Friseure beim statistischen Bundesamt, in Wiesbaden. Die nackten Zahlen an sich sind auch erst einmal richtig - doch die Redakteure haben dabei wohl vergessen, dass die Friseursalons im ersten Quartal 2021 fast zwei Monate geschlossen waren. Dieses Jahr aber gab es im ersten Quartal keine Schließungszeiten und daher musste sich hier zwangsläufig ein deutlicheres Plus ergeben. Fakt ist, die wirkliche (reale) Preissteigerung im Friseurhandwerk liegt immer noch unterhalb der Inflationsrate von derzeit 7,9% und real gesehen sinken somit eigentlich die Preise, während sich der Trend zum realen Umsatz- und Gewinnverlust immer weiter fortsetzt. Solche Meldungen haben fatale Auswirkungen für das Friseurhandwerk, welches sich derzeit ohnehin schon mit nie dagewesenen Herausforderungen konfrontiert sieht und die Preise eigentlich dringend anheben müsste. Die Angst vor Kundenverlust führt allerdings dazu, dass sich unsere Branche hier in Zurückhaltung übt.

In Zurückhaltung mussten sich am Wochenende - bedingt durch die hohen Getränkepreise - bestimmt auch einige Festivalgänger üben. Durch meine Friseurbrille betrachtet, sah die Rechnung z.B. so aus, dass eine Friseurin für ein Getränk einen halben Stundenlohn berappen musste. Aber ich glaube auch, dass die Rechnung vor ein paar Jahren nicht anders ausgesehen hätte.

Nachrichten über die wir uns aufregen, wie auch Gerüchte und Falschmeldungen haben vieles gemeinsam. Gerhard Uhlenbruck bringt es in etwa so auf den Punkt: „Zeitungsenten bringen die Leser zum Schnattern.“ Aber es ist doch auch schön, wenn wir mal wieder was zum Schnattern haben…

Beste Grüße vom Festival 

Carsten Gehse - Team HEAD SPA®

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In eigener Sache

Sehr geehrte Leser*innen, heute möchte ich Sie über eine Innovation am Friseurmarkt informieren, an einem Beispiel den Einzug der „Digitalisierung" im Friseurhandwerk erklären und über eine geplante Aktion berichten.

Je länger das Haar ist, desto älter ist es auch. Selbst schulterlanges Haar ist bereits über mehrere Jahre gewachsen. Dieses Alter geht an den Haaren nicht spurlos vorüber. Und wird es zudem häufig coloriert und mit Hitzetools bearbeitet, erscheint es besonders strapaziert, kraft- und glanzlos. Durch intensive Forschung konnte eine Behandlung entwickelt werden, welche die Faserschicht des Haares wieder rekonstruiert. Anders als bei herkömmlichen Haarkuren oder pflegende Masken wirken
die enthaltenen Mikroproteine, dank einer geringen Molekulargröße, bis in die innersten Schichten der Haarfasern - eine solche Wirkung zu erzeugen, war bislang nicht möglich.

Diese Pflegeserie zur „Haar-Verjüngung“ wird jetzt durch eine Sofortpflege-Behandlung ergänzt, die dem Haar in Sekundenschnelle einen perfektionierten Zustand schenkt. Es handelt sich hierbei um eine flüssige Haarkur, welche die Oberflächenstruktur des Haares in nur 10 Sekunden, ohne dass es durch Pflegestoffe zu beschweren, glättet.

Nicht ganz neu ist, dass die Digitalisierung auch uns Friseure erreicht hat. Onlinebuchungen sind bereits in den meisten Salons möglich und spätestens seit dem letzten Jahr hat jeder Salon Onlineschulungen besucht. Ich freue mich daher besonders, dass wir endlich unseren großzügigen Schulungsraum in Betrieb nehmen konnten. Hier können wir auf moderne Technik zurückgreifen und unsere Mitarbeiter*innen online, aber auch vor Ort schulen - die voranschreitende Digitalisierung macht also auch bei uns Friseuren nicht halt und eröffnet neue Wege in der Weiterbildung.

Am Herzen liegt mir unsere geplante Aktion „Kunst für den Frieden!“ Es wird im Rahmen einer Vernissage endlich wieder eine Bilderausstellung in unserem Salon zusehen geben. Diese wollen wir, zusammen mit den Künstlern, als Spendenbeitrag zu Gunsten der Ukraine, versteigen. Hierzu werden wir in den nächsten Tagen noch weitere Informationen in den Sozialen Medien veröffentlichen. Verraten kann ich aber jetzt schon, dass wir inzwischen über zehn Künstler*innen am Start haben und Sie sich auf eine sehr bunte Ausstellung freuen können! Gebote nehmen wir ab sofort an, aber wir planen derzeit auch an einer Abendveranstaltung, bei der Sie live mitbieten können.

Abschließen möchte ich heute mit einer freien Interpretation, eines Zitates von Pablo Picasso:
„…Kunst ist nicht nur dazu da, die Appartements zu schmücken. Sie ist eine Waffe zur Verteidigung der Freiheit.“

Bleiben Sie gesund,
Carsten Gehse - Team HEAD SPA®

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Investition in die Zukunft

Sehr geehrte Leser*innen, Ausbildung ist seit Jahren ein großes Thema für uns, denn es mangelt - nicht nur - in der Friseurbranche an Nachwuchs. Zudem stellt sich die Frage, ob es sich Betriebe in Zukunft überhaupt noch leisten können selber auszubilden. Denn eine gute Ausbildung kostet viel Geld. Besonders dann, wenn bei einer umfassenden betrieblichen Grundausbildung die Vermittlung der fachlichen Kenntnisse im Vordergrund stehen und nicht das schnelle wirtschaftliche Auskommen. 

In den ersten Jahren der Ausbildung sind die Kosten viel höher, als ein Auszubildender erwirtschaftet und diese Belastung ist von kleineren Betrieben kaum noch zu tragen. Wenn aber die Politik bei ihrem Kurs der Erhöhung der „Freibeträge“ für „Micro-Betriebe“ bleibt, wird sich die Anzahl der Ausbildungsbetriebe wohl noch weiter dramatisch verringern - denn Betriebe dieser Gattung stehen dem Dualem System eher nicht zur Verfügung! Als Resultat befürchte ich, dass es schon bald nicht nur an Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben mangelt, sondern zukünftig auch an geeigneten Berufsschulen, da die Klassen immer kleiner werden.

Das duale Ausbildungssystem war bisher der beste Weg, um junge Menschen in den Friseurberuf zu bringen. Alternativ hat es in den letzten 20 Jahren aber immer wieder Versuche der Haarkosmetikindustrie gegeben, mit verschulten Ausbildungen in den Markt einzudringen. Bis jetzt haben es privatschulische Anbieter der Industrie aber noch nicht nachhaltig auf den Markt für Ausbildung geschafft.

Die sogenannten „Barber-Shops“ untergraben unterdessen schon seit langem die Anlage A für zulassungspflichtige Handwerksbetriebe. Nicht selten findet hier eine Ausbildung lediglich via „YouTube“ statt. Die Qualität der handwerklichen Leistungen muss sich aber deutlich oberhalb des Hobbyniveaus bewegen und sich klar als eine Leistung darstellen, die nur von einem Fachmann erbracht werden kann.

Deshalb muss, zumindest für die ersten Ausbildungsjahre, über eine Ausbildungsbeihilfe (vergleichbar mit dem BAföG) nachgedacht werden. Und besonders für Klein- und Mittelbetriebe, die die Hauptlast der beruflichen Ausbildung tragen sind finanzielle Entlastungen erforderlich. Hier passt folgendes Zitat von Peter F. Drucker: „Die Ausbildung ist die teuerste Kapitalinvestition, die wir kennengelernt haben.“ Aber es ist eben auch eine Investition…

Das Thema Ausbildung ist und bleibt also auch ein politisches. Und hier besteht Handlungsbedarf, um die Ausbildung - nicht nur im Friseurhandwerk - für beide Seiten wieder attraktiver zu machen. Darüber hinaus ist die Anlage A der zulassungspflichtigen Handwerksordnung ein Qualitätsmerkmal, denn sie bietet dem Verbraucher Sicherheit in Sachen Qualität und Haftung.

Freundliche Grüße

Carsten Gehse - Team HEAD SPA®

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Die Sache mit der Neutralität und der Nachhaltigkeit

Liebe Leser*innen, ich habe an dieser Stelle schon viel über Greenwashing und Nachhaltigkeit geschrieben, aber letzte Woche drängte sich mir die Frage auf, was in diesem Zusammenhang Neutralität eigentlich bedeutet. Gestatten Sie mir, dass ich dazu ein wenig aushole.

Der Definition nach sind neutrale Farben die Töne, die nicht auf dem Farbkreis sind. Als Friseur weiß ich, dass neutrale Farbtöne durch Mischen von Komplementärfarben erzeugt werden. Neutrale Farben werden vorrangig durch die Kombination von Weiß und Schwarz erzeugt, aber eben auch Brauntöne gehören - besonders beim Haare färben - dazu.

Eine neutrale Haltung zu haben beschreibt die Fähigkeit, etwas von einem übergeordneten Standpunkt sehen zu können. Als Unternehmer, der auch politisch aktiv ist, bin ich sicherlich nicht immer neutral. Denn neutral zu sein kann bedeuten, dass man sich einfach heraushält – das Resultat daraus kann aber auch sein, dass man etwas billigend in Kauf nimmt. Vollständige Neutralität ist auch kaum möglich, weil wir die Neigung haben, uns zu allem und jedem ein Urteil zu bilden.

Zum Thema Nachhaltigkeit lese ich nun immer häufiger das Wort „Klimaneutral“ und das bringt mich zum eigentlichen Thema. Kann man wirklich klimaneutrale Dienstleistungen erbringen oder Produkte erstellen? Das Prädikat „CO2-neutral“ wird nicht nur vergeben, wenn ein Unternehmen klimafreundlich produziert, sondern auch wenn ein Unternehmen Kompensationsleistungen erbringt. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings nicht, dass es ohne CO2-Emission funktioniert.

Als Unternehmen würden wir uns natürlich gerne mit einem solchen Label schmücken. Dies allerdings ist mit hohen Kosten verbunden und aus meiner Sicht - Sie ahnen es schon - nicht unbedingt immer politisch korrekt. Was nun aber nicht heißen soll, dass wir weder ökologisch noch ökonomisch nachhaltig handeln. Nachfolgend ein paar Beispiele, auch wenn es nur ein Anfang dafür ist immer besser und konsequenter zu werden…

Bei unserem Umzug, in den neuen Salon, haben wir nicht alles einfach ausgetauscht, sondern viele Möbel mitgenommen und aufgearbeitet. Das neue (alte) Gebäude hat eine Dachdämmung erhalten. 2021 haben wir uns einen neuen Hauptlieferanten und Hersteller gesucht der aus Norddeutschland kommt und unsere Werte teilt. Wir haben uns ein neues System zur Mülltrennung einfallen lassen und sammeln Aluminium jetzt gesondert, um dies dem Recycling und damit der Wertschöpfungskette zurück zu führen; das bedeutet für die Herstellung eine Energieersparnis von ca. 90 Prozent! Aktuell reduzieren wir, dank innovativer Produkte, drastisch den Einsatz von Tensiden und chemischen Reinigungsmitteln. Und auf Weichspüler verzichten wir übrigens inzwischen gänzlich.

Folgendes Zitat stammt von Erhard Blanck: „Neutral ist man, wenn man um die Dinge weiß, sie einem aber nichts anhaben können.“ Ich denke, das muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass sie einen nichts angehen.

Carsten Gehse, Team-HEAD SPA®

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Schöne Bescherung…

Liebe Leserinnen und Leser, normalerweise habe ich nur einmal im Monat die Gelegenheit kurz vor Drucklegung, meine Kolumne zu schreiben, um damit auf aktuelle Ereignisse einzugehen, heute ist es (wie derzeit so Vieles) anders gekommen als gedacht…

Gerade war die letzte Kolumne geschrieben, da erreichte mich auch schon die Nachricht, dass ich die nächste Kolumne gleich hinterher schreiben darf, weil der Termin für den Druck der Weihnachtsausgabe vorgezogen wurde. Die Ereignisse überschlugen sich jedoch schon innerhalb einer Woche und somit zwischen dieser und der letzten Kolumne. Nicht nur wir, also unsere gesamte Branche, kamen bei den sich ständig ändernden Verordnungen kaum noch hinterher.

Wir dachten noch an 2G „ohne Maske“, dann hatten wir 3G und kurz danach 2G - beides „mit Maske“. Darauf folgte dann 2G+, natürlich mit Maske - aber diesmal FFP2 oder KN95. Erst galt die Regel, mit verbindlichem Test für alle, dann mit Ausnahme für Personen mit „Booster-Impfung“ - wieder so eine neue Wortschöpfung, an die wir uns nun gewöhnen müssen.

Wir blicken auf Weihnachten und leise höre ich erneut, zugegeben noch ganz zaghaft, aber nicht nur aus der Politik, den Ruf nach einem erneuten Lockdown. Viele Weihnachtsfeiern sind schon abgesagt; Silvester ohne Party, Böller und Raketen ist bereits beschlossen.

Aber wie sagte schon Schopenhauer: „Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.“ Daher möchte ich mich hier auch nicht weiter beklagen, vielmehr möchte ich mich an diese Stelle einmal ausdrücklich bei Ihnen bedanken.

Ich danke für die Wertschätzung die uns und unserer Branche entgegengebracht wird. Wir Friseure bedanken uns für das Testen, Formulare ausfüllen, Zertifikate zeigen, alles „nur“ damit Sie als Kund*innen unsere Dienstleistungen in Anspruch nehmen können. Auch wenn es zynisch klingt, danke auch, dass Sie Termine rechtzeitig absagen, damit wir besser planen und uns auf eine weitere drohende Kurzarbeit vorbereiten können. Besonders bedanke ich mich aber dafür, dass Sie offen mit uns sprechen und daran teilhaben lassen was Sie derzeit so bewegt. Wir werden wohl alle noch so Einiges ertragen müssen. Und wir werden nicht gefragt werden, ob oder inwieweit wir auch bereit sind dies ertragen zu wollen.

Mich persönlich bewegt aktuell folgendes Zitat von Ernst R. Hauschka: „Viele Missverständnisse entstehen dadurch, dass ein Dank nicht ausgesprochen, sondern nur empfunden wird.“ Und dennoch, leider fehlen auch mir manchmal die Worte dafür… Vielleicht sollten wir uns aber auch einmal bei denen bedanken, die in dieser Zeit Großes leisten.

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr, bleiben Sie gesund.

Carsten Gehse, Team-HEAD SPA®

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Schwebezustand

Liebe Leserrinnen und Leser, in meinem ganz persönlichem Hamsterrad grüßt mich, nun schon seit Monaten, täglich das Murmeltier. Morgens, bin wohl nicht nur ich, zuweilen „mütend“ und leide auch an diesem neuen pandemischen Kollektivgefühl.

Es gibt zwar den Begriff der “natürlichen Gewöhnung“, was so viel bedeutet, dass etwas Neues dem wir ständig ausgesetzt sind zur „neuen Normalität“ wird. Derzeit befinden wir uns aber gefühlt in einem Schwebezustand - und schweben mit neuen Verordnungen direkt in die vierte Welle…

Was bedeutet das für das Friseurhandwerk? Für körpernahe Dienstleistungen gilt ab einer Hospitalisierungsinzidenz von 3,0 in einem Bundesland die 2G- Regelung. Kundinnen und Kunden dürfen den Friseursalon dann nur noch mit einem Impf- oder Genesenen-Nachweis betreten. Bei einer Hospitalisierungsrate von 6,0 Prozent in einem Bundesland kann die 2G-Plus-Regel gelten. Somit müssten auch Geimpfte und Genesene zusätzlich einen tagesaktuellen negativen Corona-Test nachweisen. Ausgenommen von den 2G-Regeln sind Personen, die nicht geimpft werden können, für die keine Impfempfehlung vorliegt und alle unter 18-Jährigen.

Beschäftigte sollen, unter Anwendung der 3G-Regel, Arbeitsstätten, an denen physischer Kontakt zu anderen nicht ausgeschlossen werden kann, nicht mehr ohne Impf-, Genesenen- oder tagesaktuellen negativen Testnachweis (oder maximal 48 Stunden alten PCR-Test) betreten dürfen. Das Betretungsverbot gilt nicht für den Fall, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den Test direkt im Betrieb machen. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind danach verpflichtet, die Einhaltung der 3G-Regel durch Nachweiskontrollen "täglich zu überwachen und regelmäßig zu dokumentieren". Beschäftigte sind verpflichtet, einen entsprechenden Nachweis auf Verlangen vorzulegen. Wie immer gilt es zusätzlich die jeweiligen, ggf. strengeren, Landesverordnungen vor Ort zu beachten.

Unsere neue ZV Präsidentin Manuela Härtelt-Dören fasst es so zusammen: „Die Umsetzung einer täglichen Test- und Dokumentationspflicht wird die Salons in ihrem Betriebsablauf vor erhebliche Herausforderungen stellen.“ Und sie bezieht auch zu den neuen Beschlüssen der MPK-Konferenz Stellung: „Die Einführung der flächendeckenden 2G-Regel stellt für Friseursalons eine enorme Mehrbelastung dar und ist für die Betriebe existenzbedrohend, da sie das erneute Ausbleiben vieler Kundinnen und Kunden bedeutet. Unter dem Gesichtspunkt der Pandemie-Bekämpfung ist die Einführung der 2G-Regel äußerst fraglich, da sie lediglich die Schwarzarbeit befeuert. Kundinnen und Kunden sind ausnahmslos in professionell geführten Salons sicher, denn nur dort werden Schutz- und Hygienemaßnahmen zur Eindämmung des Virus sicher eingehalten und kontrolliert.“

André Gide soll einmal gesagt haben: „An den Pessimismus gewöhnt man sich zuletzt wie an ein zu enges Sakko, das sich nicht mehr ändern lässt.“ Aber manchmal helfen ja auch Disziplin und eine Diät…

Bleiben Sie gesund,

Carsten Gehse, Team-HEAD SPA®

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Eine Branche vor der Zerreißprobe

Im Januar 2020 jährte sich die Einführung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland zum fünften Mal. Über die versprochene Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro diskutieren jetzt, besonders in den sozialen Netzwerken, auch viele Friseure. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die sich durch höhere Preise neue Chancen erhoffen. Auf der anderen Seite wächst bei vielen Friseur-Unternehmern die Angst vor einem noch härteren Preiskampf.

Die Angstgegner sind da schnell ausgemacht: Discounter und Ketten (welche in der Vergangenheit schon mal mit Insolvenzen Schlagzeilen machten), sog. Kleinunternehmen (die nicht nur durch die Befreiung von der Umsatzsteuer niedrigere Preise verlangen können), illegale „Barber-Shops“ (die gegen die Handwerksordnung und das Wettbewerbsrecht verstoßen) und nicht zuletzt die Schwarzarbeiter.

Im Netz diskutieren Friseure über die unterschiedlichsten Zahlen wie z.B.: Minutenpreise von 1,40 Euro, Angaben zum Lohnfaktor von min. 4 - 5 (das Verhältnis von Umsatz zum möglichen Lohn) und Preiserhöhungen von 30 bis 50%; aber auch über Gehälter von 20 bis 25 Euro, der 4-Tage-Woche und dem 100-EURO-Haarschnitt. Allem voran steht jedoch immer wieder der Wunsch, selbst auf einen grünen Zweig zukommen und bessere Löhne zahlen zu können.

Hier einmal ein paar Fakten: laut RTL-Recherche mit Verweis auf offizielle Daten vom Statistischen Bundesamt verdient eine Friseurin durchschnittlich 1.813 Euro brutto. Jobted beziffert das Einkommen einer Salonleitung im Schnitt auf 1.990 brutto - die meisten Selbstständigen liegen mit durchschnittlich 1.970 Euro allerdings deutlich darunter. Vor der Einführung des Mindestlohns war heftig umstritten, welche Effekte dieser auf die Beschäftigung haben würde. Bereits im Jahr 2013 wurde im deutschen Friseurgewerbe ein branchenweiter Mindestlohn (7,50 Euro, Std.) eingeführt. In der Folge stiegen die Durchschnittslöhne deutlich. Da die Arbeitgeber überwiegend in der Lage waren, die höheren Lohnkosten auf die Preise abzuwälzen, konnten größere Beschäftigungsverluste bislang vermieden werden. Allerdings ist der Preisindex für Friseurdienstleistungen zwischen Januar 2012 und Dezember 2014 um Insgesamt rund 14 Prozentpunkte gestiegen, während sich der allgemeine Verbraucherpreisindex im selben Zeitraum nur um circa vier Prozentpunkte erhöht hat. Vielleicht ist das ein halbwegs realistischer Vergleich zu dem was kommen wird - die oben genannten Ängste der Branche sind dadurch jedenfalls nicht ganz unbegründet und Ausweichreaktionen der Kundinnen und Kunden somit zumindest denkbar.

Henry Ford soll einmal gesagt haben: "Es ist nicht der Unternehmer, der die Löhne zahlt - er übergibt nur das Geld. Es ist das Produkt, das die Löhne zahlt.“ Bei uns Friseuren ist es die Dienstleistung und wenn diese stimmt sind auch heute schon Gehälter über 2.267 Euro (durchschnittlicher Niedriglohn in Deutschland) nicht unmöglich, sie sind allerdings nur durch dementsprechende Preise zu erwirtschaften und bilden wohl eher - hoffentlich bald nur noch - die Ausnahme. Laut einer aktuellen Onlineerhebung durch Stern-TV befanden 53% der Befragten (Kunden!), dass ein Friseur mit 2.109 Euro (12,82 Euro Std.) fair bezahlt wäre. Allerdings befand der Rest der Teilnehmenden, dass der aktuelle Durchschnittslohn (11,02 Euro, Std.,brutto) angemessen sei oder sie sogar weniger geben würden…

Robert Lemke würde unseren Beruf vielleicht so beschreiben: „Friseure sind Menschen, die in einem anderen Beruf mit weniger Arbeit mehr Geld verdient hätten.

Carsten Gehse, Team-HEAD SPA®

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Meeresrauschen

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen…“ Behauptete zurecht der deutsche Dichter Matthias Claudius. Was dem Reisenden zum reflektierenden Nacherleben dient, hat (zumindest manchmal) für die Daheimgebliebenen einen risikofreien Unterhaltungswert.

Als Friseur steht man jeden Tag vor neuen Herausforderungen. Ein neuer Haarschnitt, ein professionelles Styling, Menschen verschönern und glücklich machen, gehören ebenso wie eingewachsene Haare oder kleine Schnittwunden zum Friseurberuf. Nicht weiter zu erwähnen, die letzten harten Monate. Kurz, nach nunmehr zwei Jahren war ich reif für die Insel - Mallorca. Doch bevor der Urlaub überhaupt beginnen konnte, rauschte am Dienstagmittag noch ein Kleintransporter in den Zaun vom Salon. Keine Verletzten, aber jede Menge Ärger - also jetzt erst recht: nichts wie weg…

Da wir nachts zum Flughafen mussten, waren wir auf unser Auto angewiesen. Natürlich hatten wir einen privaten Parkplatz nähe Flughafen organisiert, womit wir allerdings nicht gerechnet hatten war, dass wir in Hamburg kein Taxi bekommen würden. Wir mussten kurzum das teure Parkhaus nehmen. Nach einer ausgiebigen Sicherheitskontrolle saßen wir endlich im Flieger und es hätte losgehen können, wenn nicht ein Passagier mit der Bordkarte seiner Begleiterin, aber ohne diese, im Flugzeug Platz genommen hätte. Weil nun auch noch jemand seine Medikamente nicht finden konnte und sich nach erfolgloser Suche entschieden hatte lieber nicht zu fliegen, musste aus Gründen der Flugsicherheit der Koffer wieder ausgeladen werden. Letztendlich hatten wir eine Stunde Verspätung.

Der Flug verlief ohne besondere Vorkommnisse. Dafür durften wir aber am Zielflughafen zwei Stunden warten bis wir unsere Koffer und den Mietwagen in Empfang nehmen konnten. Wie sich rausstellen sollte hatte meinen Koffer, bei der Aktion in Hamburg oder beim Ausladen, unsanften Kontakt mit dem Asphalt gemacht. Zu guter Letzt sind wir am Flughafen noch im Fahrstuhl stecken geblieben, aber nur kurz - Glück gehabt!

In der ersten Nacht gab es dann, nach dem Regen tagsüber, noch ein schönes Naturspektakel in Form eines kräftigen Gewitters. Nichtsdestotrotz war es ein schöner Urlaub. Mehr oder weniger zufällig landeten wir im Pablo, bei Nanni Burba und ihrem Mann Harald. Wer mich kennt weiß, dass ich gerne gut esse und im Urlaub viel lese. Passender Weise ist Nanni nicht nur eine gute Köchin, sondern hat im Lockdown die Zeit genutzt ein Buch* zu schreiben. Kein Kochbuch, aber eine mutmachende Lebensgeschichte - nicht nur für Auswanderer. Wenn Sie einmal nach Santanyi kommen, empfehle ich Ihnen dort einen Tisch zu reservieren; wir hatten schlicht Glück und jemand hatte abgesagt.

Der Urlaub ist zwar zu Ende, aber im Ohr habe ich immer noch das Meeresrauschen. Und ich erinnere mich besonders gerne an den letzten Abend, der so stürmisch war, dass die Gischt (ohne zu übertreiben) bestimmt zwölf Meter hoch, bis über die Klippen geschleudert wurde. Das passende Zitat ist von Gustave Flaubert: „Reisen macht einen bescheiden. Man erkennt, welch kleinen Platz man in der Welt besitzt.“ Das zu erkennen ist wahre Erholung, erdet einen und die Widerlichkeiten der Reise werden dabei zu netten Anekdoten…

Der Titel des Buches von Nanni Burba, lautet übrigens: „Eine Prise Meersalz“

Carsten Gehse, Team-HEAD SPA®

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Wenn Fremde als Freunde gehen

Im Kreis Ahrweiler wütete das Unwetter besonders heftig und hinterließ Bilder der Zerstörung, wie man sie in unseren Breiten eigentlich nicht kennt - hier wollte der GVS helfen. „Come Together - Stand Together“ - unter diesem Motto stand dann auch der musikalische Abschlussabend der gleichnamigen Spendenaktion des GVS, zu Gunsten der Werbegemeinschaft Ahrweiler.

Neben der Musikalischen Unterhaltung, mit „Deichrock“ und „C.A.P.O.“, gab es auch einen kleinen mit Bildern unterlegten Vortrag, der die aktuelle Situation veranschaulichte. „Stellen Sie sich vor, über Nacht ist der gesamte Ort nicht mehr, wie ursprünglich, vorhanden. Alle Geschäfte (Bäckereien, Sparkassen, Buchläden…) sind zerstört und nicht mehr zu öffnen. Die Einwohner stehen vor dem Nichts…“ So schilderte Henrik Geschier (2. Vorsitzende der Werbegemeinschaft Ahrweiler) die Situation.

Das Wasser und der Schlamm sind schon schlimm genug, die Zerstörung, durch die vom Wasser mitgerissenen Gegenstände, ist mindestens ebenso verheerend. In einem Garten stapelten sich beispielsweise mehrere Autos, die durch die Fluten mitgerissen wurden. Und stellen Sie sich vor, die Stadt ist ohne Strom und Wasser. Um das Handy aufzuladen oder auf Toilette zu gehen müssen Sie in den Nachbarort fahren. Die Bücken in Bad Neuenahr-Ahrweiler sind kaputt und um auf die andere Ahrseite zu gelangen müssen lange Umwege in Kauf genommen werden.

Es wird lange dauern, bis die Innenstadt wieder belebt ist. Um aber Perspektiven zu bieten musste ein Plan her, der sicher stellt wie die Stadt wieder mit Lebensmitteln und den Dingen des täglichen Bedarfs versorgt wird. Schnell war klar, hier sollen die gesammelten Spenden helfen ein Containerdorf für die Gewerbetreibenden zu errichten.

Ein irisches Sprichwort sagt: „Zweidrittel der Hilfe ist Mut einzuflößen.“ Der GVS bedankt sich bei allen Helfern und Spendern für das entgegengebrachte Engagement und hofft mit den Spenden, in Höhe von rund 7.500,- Euro, einen Teil des „dritten Drittels“ abzudecken.

Die Veranstaltung war nicht nur ein geselliger Abend mit Live-Musik, netten Gesprächen und Einblicken in die Situation vor Ort, sondern zeigte auch wieviel Freude es - auf beiden Seiten - bereiten kann zu Helfen. Ein weiteres Sprichwort sagt: „Fremde sind Freunde, die man nur noch nicht kennengelernt hat.“ Henrik und seine Frau Marion kamen als Fremde nach Scheeßel, aber sie gingen gewiss als Freunde..

Carsten Gehse, Team-HEAD SPA®

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Wenn die Chemie stimmt

Gestatten Sie mir diese Kolumne ausnahmsweise mit einem Zitat zu beginnen: „Ein Gelehrter in seinem Laboratorium ist nicht nur ein Techniker; er steht auch vor den Naturgesetzen wie ein Kind vor der Märchenwelt.“ - Marie Curie

Liebe Leserinnen und Leser, Chemie ist im doppelten Sinne eine interessante Naturwissenschaft. Sie ist nicht nur die schnöde Lehre vom Aufbau, Verhalten und der Umwandlung von Stoffen, sowie den dabei geltenden Gesetzmäßigkeiten - denn auch bei zwischenmenschlichen Beziehungen sprechen wir gerne von „einer gewissen Chemie, die einfach stimmen muss“. Ohne! Das ist derzeit das Schlagwort in der Kosmetik. Und was hat es überhaupt auf sich mit den Stoffen, auf die neuerdings verzichtet werden soll? Ist diese Entwicklung immer eine sinnvolle Kurskorrektur oder auch schon mal Augenwischerei?

Nehmen wir z.B. einmal Haarfärbemittel. Beerenduft statt dicker Salonluft, nach diesem Motto funktionieren Colorationen, die die Haare ohne Ammoniak färben, welches für seinen stechenden Geruch bekannt ist, weil es flüchtig ist. Der Austauschstoff, der jetzt immer öfter die Rolle des Ammoniaks übernimmt hat den Vorteil, geruchlos zu sein, so dass in die Färbung integrierte Duftstoffe sich besser entfalten können. Hört sich erst mal gut an, hat aber auch Folgen. Zum einen handelt es sich bei den sogenannten Haarfarben streng genommen nicht um dauerhafte Färbungen, sondern eher um Intensivtönungen, deren Farbbrillanz im Laufe der Zeit verblassen kann. Zum anderen sind keine Farbveränderungen wie bei Produkten mit Ammoniak möglich, da die Ersatzstoffe die Schuppenschicht weniger stark öffnen können, und die Pigmente auch nicht so tief ins Haar eingelagert werden. Hinzu kommt auch, dass die angebotenen Alternativen zu Ammoniak zwar angenehmer im Geruch sind, doch bei der Anwendung der pH-Wert am Haar konstant bleibt, weil sie nicht flüchtig sind - das heißt, dass die Haare während der gesamten Einwirkzeit mitquellen und zudem das Risiko einer Restquellung besteht, wenn das Haar nicht intensiv genug ausgespült wird.

Wenn ich diese „Märchenwelt“ nun auf den Salonalltag übertrage, drängten sich mir einige Fragen auf. Wie gehen wir mit unseren Kunden um? Wie steht es in dem Umgang mit unseren Mitarbeiterinnen, gleichermaßen, aber auch deren Umgang untereinander? Als Unternehmer frage ich mich natürlich auch, wie unsere Lieferanten mit uns umgehen. Und nicht zuletzt, steht noch die Frage der Nachhaltigkeit im Raum.

Die letzten Monate waren gewiss nicht einfach, aber sie brachten auch Antworten auf die eben gestellten Fragen. So haben wir im Team entschieden, dass es an der Zeit war alte Zöpfe abzuschneiden, aber auch sich auf die eigene DNA zu besinnen. Dazu gehörte auch der Wechsel zu einem Lieferanten bei dem die „Chemie“ stimmt - denn unser Anspruch ist, für Sie das Beste zu geben.

Von Marie Curie stammt auch folgendes Zitat: “ Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist. Mich interessiert, was getan werden muss.“

Ich denke, wir können nur besser werden, wenn wir wie ein Techniker in seinem Labor, ständig daran arbeiten. Und natürlich gilt das auch für das private Miteinander - denn nur so klappt es auch mit der Chemie untereinander.

Carsten Gehse, Team-HEAD SPA®

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Brauchen wir das…

Liebe Leserinnen und Leser, bevor Sie aufhören zu lesen, weil Sie denken es geht wieder einmal um das „C-Wort“, kann ich Sie beruhigen - die kurze Antwort dazu ist, NEIN und NEIN!

Ich möchte heute einmal einen kurzen und selbstkritischen Blick (nicht nur) auf unsere Branche werfen. Wir alle fallen hin und wieder auf Werbeversprechen herein oder lassen uns von gutem Marketing beeinflussen. Aber muss das dazu führen, dass wir bereit sind einen überhöhten Preis zu zahlen und unser Gehirn gewissermaßen auszuschalten?

Neue Produkte verkaufen sich über Werbung und Werbeversprechen funktionieren am besten mit emotionalen Geschichten. Und innovative Marken werden dann auch schon mal zum Synonym für alle anderen vergleichbaren Produkte. Wer fragt z.B.: „Hast du mal ein Papiertaschentuch?“ oder: „Kann ich bitte das Einweg-Küchentuch haben?“ Wenn Sie jetzt zwei Markennamen im Kopf haben, dann ist das kein Zufall, sondern das Resultat von Innovation und Marketing - an dieser Stelle erlaube ich mir einmal die Behauptung, dass die meisten von Ihnen keinen „Fön“ besitzen, sondern „nur“ einen Haartrockner.

Wenn wir einer Marke emotional verfallen, kann es auch schon mal speziell werden, z.B. das Markenlogo als Tattoo. Hier zwei Beispiele: ein Apfel oder das Logo eines amerikanischen Motorradherstellers - ich wette, Sie wissen welche Marke ich meine! Natürlich ist das die Ausnahme, aber es geht auch viel subtiler. Einer Marke wird eine gute Geschichte gegeben (derzeit am besten „grün und emotional“), wenn dann noch die Optik der Verpackung und ggf. der Duft des Produktes auf die Amygdala in unserem Gehirn treffen, sind wir schon im emotionalen Netz gefangen. Wenn der Markenname nicht reicht wird einfach ein „neuer“ Begriff, wie z.B. Mizellenwasser, in die Werbung geworfen; das ist nicht neu und platt gesagt, nichts anderes als verdünnte „Seife“ - für die Chemiker unter Ihnen, gemeint sind Tenside und nicht ausschließlich die alkalischen Seifen im herkömmlichen Sinne.

Der Kosmetikmarkt ist heiß umkämpft und selbst etablierte Marken müssen sich immer wieder neu erfinden und als „innovativ“, „exklusiv“, „umweltfreundlich“, „ökologisch“ und/oder „ökonomisch“ verkaufen. Wir Friseure lassen uns davon nicht weniger einfangen, wie Sie, unsere Kunden. Aber müssen wir dafür wirklich Produkte um den halben Globus verschiffen, die Rohstoffe für Produkte immer exotischer werden um diese dann zu hohen Preisen ein- und weiter zu verkaufen? Müssen friseurexklusive Shampoos dadurch und durch aufwendiges Marketing mehr kosten, als wir für unsere Dienstleistung erzielen können?

Das passende Zitat liefert Andrea Mira Meneghin: „Die Überflussgesellschaft begehrt, was sie nicht schätzt“. Ich jedenfalls, bin zu der Erkenntnis gekommen, dass es besser geht und brauche das so nicht mehr. Und ich finde, wir sollten uns darüber (und auch über das Thema Dienstleistung in diesem Zusammenhang) einmal Gedanken machen…

Bleiben Sie gespant!

Carsten Gehse - Team HEAD SPA

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Unglaublich

Auf der Suche nach einem Thema für diese Kolumne, bin ich auf die Idee gekommen mein „Wort des Jahres“ zu küren. Ein Wort, das ich dieses Jahr sehr oft gehört und mindestens genauso oft selber ausgesprochen habe. Vieles dieses Jahr war (und ist) einfach Unglaublich.

Unglaublich ist, wie mit vielen Dingen umgegangen wird. Mindestens genauso unglaublich sind manchmal die Gründe und Ausreden. Es ist unglaublich was ich derzeit so alles erlebe, sehe und lese - auch wenn ich nicht in meiner „beruflichen Blase“ unterwegs bin. Das Spektrum ist weit und die Liste ist lang; sie hat alle Farben und reicht von Fassungslosigkeit bis zur Erheiterung.

Bestimmt haben auch Sie einiges erlebt, was dort aufgeführt werden könnte. Aber so ist das Leben nun einmal - facettenreich und manchmal einfach unglaublich…

Unglaublich ist auch, was mit unserer Rhetorik passiert. Wir leben in einer Zeit, in der gerade sprachlich vieles glattgeschliffen wird, weil sich einige davon erhoffen dadurch gesellschaftliche oder politische Probleme zu lösen. Es mag sein, dass unsere Sprache unseren Geist verändert, wenn wir aber in der Diskussion über unsere Sprache verharren, werden wir keine Probleme lösen.

Andererseits fällt mir auf, dass Sprache zunehmend, von allen Seiten des gesellschaftlichen und politischen Spektrums, als Waffe eingesetzt wird und zuweilen der Ton schärfer wird. Unglaublich, wenn dies zu neuen Problemen und Konflikten führt und teilweise auch bewusst in Kauf genommen wird.

Ich habe einmal gelesen, Sprache ist ständig im Wandel und soll das wiedergeben, was gesellschaftlich erwünscht ist. Aber wer entscheidet, was man für gut oder schlecht, als richtig oder falsch ansieht? Hängt das wirklich von einem selbst und vor allem vom eigenen Standpunkt ab?

Werbung z.B. bedient sich Narrativen, um uns zu beeinflussen. Was in der Werbung funktioniert, funktioniert allerdings auch in der Politik. Geschickt erzählte Sachverhalte oder verdrehte Geschichten (am besten in Dauerschleife) haben eine große Wirkung - bekanntlich wiegt eine starke Behauptung mehr, als eine schwache Wahrheit. Und eben darin liegt die Gefahr, so dass einige Wenige, die große Mehrheit beeinflussen können.

Folgendes Zitat stammt von Christian Friedrich Hebbel: „Es ist unglaublich, wie viel Geist in der Welt aufgeboten wird, um Dummheiten zu beweisen.“ In einer Demokratie ist aber (glücklicherweise) alles erlaubt, was nicht gegen Gesetze verstößt - auch seine eigene Dummheit unter Beweis zu stellen.

Bleiben Sie gesund.

Carsten Gehse
HEAD SPA®