Headspa Kolumne - Authentische News aus dem Salon

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Meeresrauschen

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen…“ Behauptete zurecht der deutsche Dichter Matthias Claudius. Was dem Reisenden zum reflektierenden Nacherleben dient, hat (zumindest manchmal) für die Daheimgebliebenen einen risikofreien Unterhaltungswert.

Als Friseur steht man jeden Tag vor neuen Herausforderungen. Ein neuer Haarschnitt, ein professionelles Styling, Menschen verschönern und glücklich machen, gehören ebenso wie eingewachsene Haare oder kleine Schnittwunden zum Friseurberuf. Nicht weiter zu erwähnen, die letzten harten Monate. Kurz, nach nunmehr zwei Jahren war ich reif für die Insel - Mallorca. Doch bevor der Urlaub überhaupt beginnen konnte, rauschte am Dienstagmittag noch ein Kleintransporter in den Zaun vom Salon. Keine Verletzten, aber jede Menge Ärger - also jetzt erst recht: nichts wie weg…

Da wir nachts zum Flughafen mussten, waren wir auf unser Auto angewiesen. Natürlich hatten wir einen privaten Parkplatz nähe Flughafen organisiert, womit wir allerdings nicht gerechnet hatten war, dass wir in Hamburg kein Taxi bekommen würden. Wir mussten kurzum das teure Parkhaus nehmen. Nach einer ausgiebigen Sicherheitskontrolle saßen wir endlich im Flieger und es hätte losgehen können, wenn nicht ein Passagier mit der Bordkarte seiner Begleiterin, aber ohne diese, im Flugzeug Platz genommen hätte. Weil nun auch noch jemand seine Medikamente nicht finden konnte und sich nach erfolgloser Suche entschieden hatte lieber nicht zu fliegen, musste aus Gründen der Flugsicherheit der Koffer wieder ausgeladen werden. Letztendlich hatten wir eine Stunde Verspätung.

Der Flug verlief ohne besondere Vorkommnisse. Dafür durften wir aber am Zielflughafen zwei Stunden warten bis wir unsere Koffer und den Mietwagen in Empfang nehmen konnten. Wie sich rausstellen sollte hatte meinen Koffer, bei der Aktion in Hamburg oder beim Ausladen, unsanften Kontakt mit dem Asphalt gemacht. Zu guter Letzt sind wir am Flughafen noch im Fahrstuhl stecken geblieben, aber nur kurz - Glück gehabt!

In der ersten Nacht gab es dann, nach dem Regen tagsüber, noch ein schönes Naturspektakel in Form eines kräftigen Gewitters. Nichtsdestotrotz war es ein schöner Urlaub. Mehr oder weniger zufällig landeten wir im Pablo, bei Nanni Burba und ihrem Mann Harald. Wer mich kennt weiß, dass ich gerne gut esse und im Urlaub viel lese. Passender Weise ist Nanni nicht nur eine gute Köchin, sondern hat im Lockdown die Zeit genutzt ein Buch* zu schreiben. Kein Kochbuch, aber eine mutmachende Lebensgeschichte - nicht nur für Auswanderer. Wenn Sie einmal nach Santanyi kommen, empfehle ich Ihnen dort einen Tisch zu reservieren; wir hatten schlicht Glück und jemand hatte abgesagt.

Der Urlaub ist zwar zu Ende, aber im Ohr habe ich immer noch das Meeresrauschen. Und ich erinnere mich besonders gerne an den letzten Abend, der so stürmisch war, dass die Gischt (ohne zu übertreiben) bestimmt zwölf Meter hoch, bis über die Klippen geschleudert wurde. Das passende Zitat ist von Gustave Flaubert: „Reisen macht einen bescheiden. Man erkennt, welch kleinen Platz man in der Welt besitzt.“ Das zu erkennen ist wahre Erholung, erdet einen und die Widerlichkeiten der Reise werden dabei zu netten Anekdoten…
Der Titel des Buches von Nanni Burba, lautet übrigens: „Eine Prise Meersalz“

Carsten Gehse, Team-HEAD SPA®

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Wenn Fremde als Freunde gehen

Im Kreis Ahrweiler wütete das Unwetter besonders heftig und hinterließ Bilder der Zerstörung, wie man sie in unseren Breiten eigentlich nicht kennt - hier wollte der GVS helfen. „Come Together - Stand Together“ - unter diesem Motto stand dann auch der musikalische Abschlussabend der gleichnamigen Spendenaktion des GVS, zu Gunsten der Werbegemeinschaft Ahrweiler.

Neben der Musikalischen Unterhaltung, mit „Deichrock“ und „C.A.P.O.“, gab es auch einen kleinen mit Bildern unterlegten Vortrag, der die aktuelle Situation veranschaulichte. „Stellen Sie sich vor, über Nacht ist der gesamte Ort nicht mehr, wie ursprünglich, vorhanden. Alle Geschäfte (Bäckereien, Sparkassen, Buchläden…) sind zerstört und nicht mehr zu öffnen. Die Einwohner stehen vor dem Nichts…“ So schilderte Henrik Geschier (2. Vorsitzende der Werbegemeinschaft Ahrweiler) die Situation.

Das Wasser und der Schlamm sind schon schlimm genug, die Zerstörung, durch die vom Wasser mitgerissenen Gegenstände, ist mindestens ebenso verheerend. In einem Garten stapelten sich beispielsweise mehrere Autos, die durch die Fluten mitgerissen wurden. Und stellen Sie sich vor, die Stadt ist ohne Strom und Wasser. Um das Handy aufzuladen oder auf Toilette zu gehen müssen Sie in den Nachbarort fahren. Die Bücken in Bad Neuenahr-Ahrweiler sind kaputt und um auf die andere Ahrseite zu gelangen müssen lange Umwege in Kauf genommen werden.

Es wird lange dauern, bis die Innenstadt wieder belebt ist. Um aber Perspektiven zu bieten musste ein Plan her, der sicher stellt wie die Stadt wieder mit Lebensmitteln und den Dingen des täglichen Bedarfs versorgt wird. Schnell war klar, hier sollen die gesammelten Spenden helfen ein Containerdorf für die Gewerbetreibenden zu errichten.

Ein irisches Sprichwort sagt: „Zweidrittel der Hilfe ist Mut einzuflößen.“ Der GVS bedankt sich bei allen Helfern und Spendern für das entgegengebrachte Engagement und hofft mit den Spenden, in Höhe von rund 7.500,- Euro, einen Teil des „dritten Drittels“ abzudecken.

Die Veranstaltung war nicht nur ein geselliger Abend mit Live-Musik, netten Gesprächen und Einblicken in die Situation vor Ort, sondern zeigte auch wieviel Freude es - auf beiden Seiten - bereiten kann zu Helfen. Ein weiteres Sprichwort sagt: „Fremde sind Freunde, die man nur noch nicht kennengelernt hat.“ Henrik und seine Frau Marion kamen als Fremde nach Scheeßel, aber sie gingen gewiss als Freunde..

Carsten Gehse, Team-HEAD SPA®

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Wenn die Chemie stimmt

Gestatten Sie mir diese Kolumne ausnahmsweise mit einem Zitat zu beginnen: „Ein Gelehrter in seinem Laboratorium ist nicht nur ein Techniker; er steht auch vor den Naturgesetzen wie ein Kind vor der Märchenwelt.“ - Marie Curie

Liebe Leserinnen und Leser, Chemie ist im doppelten Sinne eine interessante Naturwissenschaft. Sie ist nicht nur die schnöde Lehre vom Aufbau, Verhalten und der Umwandlung von Stoffen, sowie den dabei geltenden Gesetzmäßigkeiten - denn auch bei zwischenmenschlichen Beziehungen sprechen wir gerne von „einer gewissen Chemie, die einfach stimmen muss“. Ohne! Das ist derzeit das Schlagwort in der Kosmetik. Und was hat es überhaupt auf sich mit den Stoffen, auf die neuerdings verzichtet werden soll? Ist diese Entwicklung immer eine sinnvolle Kurskorrektur oder auch schon mal Augenwischerei?

Nehmen wir z.B. einmal Haarfärbemittel. Beerenduft statt dicker Salonluft, nach diesem Motto funktionieren Colorationen, die die Haare ohne Ammoniak färben, welches für seinen stechenden Geruch bekannt ist, weil es flüchtig ist. Der Austauschstoff, der jetzt immer öfter die Rolle des Ammoniaks übernimmt hat den Vorteil, geruchlos zu sein, so dass in die Färbung integrierte Duftstoffe sich besser entfalten können. Hört sich erst mal gut an, hat aber auch Folgen. Zum einen handelt es sich bei den sogenannten Haarfarben streng genommen nicht um dauerhafte Färbungen, sondern eher um Intensivtönungen, deren Farbbrillanz im Laufe der Zeit verblassen kann. Zum anderen sind keine Farbveränderungen wie bei Produkten mit Ammoniak möglich, da die Ersatzstoffe die Schuppenschicht weniger stark öffnen können, und die Pigmente auch nicht so tief ins Haar eingelagert werden. Hinzu kommt auch, dass die angebotenen Alternativen zu Ammoniak zwar angenehmer im Geruch sind, doch bei der Anwendung der pH-Wert am Haar konstant bleibt, weil sie nicht flüchtig sind - das heißt, dass die Haare während der gesamten Einwirkzeit mitquellen und zudem das Risiko einer Restquellung besteht, wenn das Haar nicht intensiv genug ausgespült wird.

Wenn ich diese „Märchenwelt“ nun auf den Salonalltag übertrage, drängten sich mir einige Fragen auf. Wie gehen wir mit unseren Kunden um? Wie steht es in dem Umgang mit unseren Mitarbeiterinnen, gleichermaßen, aber auch deren Umgang untereinander? Als Unternehmer frage ich mich natürlich auch, wie unsere Lieferanten mit uns umgehen. Und nicht zuletzt, steht noch die Frage der Nachhaltigkeit im Raum.

Die letzten Monate waren gewiss nicht einfach, aber sie brachten auch Antworten auf die eben gestellten Fragen. So haben wir im Team entschieden, dass es an der Zeit war alte Zöpfe abzuschneiden, aber auch sich auf die eigene DNA zu besinnen. Dazu gehörte auch der Wechsel zu einem Lieferanten bei dem die „Chemie“ stimmt - denn unser Anspruch ist, für Sie das Beste zu geben.

Von Marie Curie stammt auch folgendes Zitat: “ Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist. Mich interessiert, was getan werden muss.“

Ich denke, wir können nur besser werden, wenn wir wie ein Techniker in seinem Labor, ständig daran arbeiten. Und natürlich gilt das auch für das private Miteinander - denn nur so klappt es auch mit der Chemie untereinander.

Carsten Gehse, Team-HEAD SPA®

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Brauchen wir das…

Liebe Leserinnen und Leser, bevor Sie aufhören zu lesen, weil Sie denken es geht wieder einmal um das „C-Wort“, kann ich Sie beruhigen - die kurze Antwort dazu ist, NEIN und NEIN!

Ich möchte heute einmal einen kurzen und selbstkritischen Blick (nicht nur) auf unsere Branche werfen. Wir alle fallen hin und wieder auf Werbeversprechen herein oder lassen uns von gutem Marketing beeinflussen. Aber muss das dazu führen, dass wir bereit sind einen überhöhten Preis zu zahlen und unser Gehirn gewissermaßen auszuschalten?

Neue Produkte verkaufen sich über Werbung und Werbeversprechen funktionieren am besten mit emotionalen Geschichten. Und innovative Marken werden dann auch schon mal zum Synonym für alle anderen vergleichbaren Produkte. Wer fragt z.B.: „Hast du mal ein Papiertaschentuch?“ oder: „Kann ich bitte das Einweg-Küchentuch haben?“ Wenn Sie jetzt zwei Markennamen im Kopf haben, dann ist das kein Zufall, sondern das Resultat von Innovation und Marketing - an dieser Stelle erlaube ich mir einmal die Behauptung, dass die meisten von Ihnen keinen „Fön“ besitzen, sondern „nur“ einen Haartrockner.

Wenn wir einer Marke emotional verfallen, kann es auch schon mal speziell werden, z.B. das Markenlogo als Tattoo. Hier zwei Beispiele: ein Apfel oder das Logo eines amerikanischen Motorradherstellers - ich wette, Sie wissen welche Marke ich meine! Natürlich ist das die Ausnahme, aber es geht auch viel subtiler. Einer Marke wird eine gute Geschichte gegeben (derzeit am besten „grün und emotional“), wenn dann noch die Optik der Verpackung und ggf. der Duft des Produktes auf die Amygdala in unserem Gehirn treffen, sind wir schon im emotionalen Netz gefangen. Wenn der Markenname nicht reicht wird einfach ein „neuer“ Begriff, wie z.B. Mizellenwasser, in die Werbung geworfen; das ist nicht neu und platt gesagt, nichts anderes als verdünnte „Seife“ - für die Chemiker unter Ihnen, gemeint sind Tenside und nicht ausschließlich die alkalischen Seifen im herkömmlichen Sinne.

Der Kosmetikmarkt ist heiß umkämpft und selbst etablierte Marken müssen sich immer wieder neu erfinden und als „innovativ“, „exklusiv“, „umweltfreundlich“, „ökologisch“ und/oder „ökonomisch“ verkaufen. Wir Friseure lassen uns davon nicht weniger einfangen, wie Sie, unsere Kunden. Aber müssen wir dafür wirklich Produkte um den halben Globus verschiffen, die Rohstoffe für Produkte immer exotischer werden um diese dann zu hohen Preisen ein- und weiter zu verkaufen? Müssen friseurexklusive Shampoos dadurch und durch aufwendiges Marketing mehr kosten, als wir für unsere Dienstleistung erzielen können?

Das passende Zitat liefert Andrea Mira Meneghin: „Die Überflussgesellschaft begehrt, was sie nicht schätzt“. Ich jedenfalls, bin zu der Erkenntnis gekommen, dass es besser geht und brauche das so nicht mehr. Und ich finde, wir sollten uns darüber (und auch über das Thema Dienstleistung in diesem Zusammenhang) einmal Gedanken machen…

Bleiben Sie gespant!
Carsten Gehse - Team HEAD SPA

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Unglaublich

Auf der Suche nach einem Thema für diese Kolumne, bin ich auf die Idee gekommen mein „Wort des Jahres“ zu küren. Ein Wort, das ich dieses Jahr sehr oft gehört und mindestens genauso oft selber ausgesprochen habe. Vieles dieses Jahr war (und ist) einfach Unglaublich.

Unglaublich ist, wie mit vielen Dingen umgegangen wird. Mindestens genauso unglaublich sind manchmal die Gründe und Ausreden. Es ist unglaublich was ich derzeit so alles erlebe, sehe und lese - auch wenn ich nicht in meiner „beruflichen Blase“ unterwegs bin. Das Spektrum ist weit und die Liste ist lang; sie hat alle Farben und reicht von Fassungslosigkeit bis zur Erheiterung.

Bestimmt haben auch Sie einiges erlebt, was dort aufgeführt werden könnte. Aber so ist das Leben nun einmal - facettenreich und manchmal einfach unglaublich…

Unglaublich ist auch, was mit unserer Rhetorik passiert. Wir leben in einer Zeit, in der gerade sprachlich vieles glattgeschliffen wird, weil sich einige davon erhoffen dadurch gesellschaftliche oder politische Probleme zu lösen. Es mag sein, dass unsere Sprache unseren Geist verändert, wenn wir aber in der Diskussion über unsere Sprache verharren, werden wir keine Probleme lösen.

Andererseits fällt mir auf, dass Sprache zunehmend, von allen Seiten des gesellschaftlichen und politischen Spektrums, als Waffe eingesetzt wird und zuweilen der Ton schärfer wird. Unglaublich, wenn dies zu neuen Problemen und Konflikten führt und teilweise auch bewusst in Kauf genommen wird.

Ich habe einmal gelesen, Sprache ist ständig im Wandel und soll das wiedergeben, was gesellschaftlich erwünscht ist. Aber wer entscheidet, was man für gut oder schlecht, als richtig oder falsch ansieht? Hängt das wirklich von einem selbst und vor allem vom eigenen Standpunkt ab?

Werbung z.B. bedient sich Narrativen, um uns zu beeinflussen. Was in der Werbung funktioniert, funktioniert allerdings auch in der Politik. Geschickt erzählte Sachverhalte oder verdrehte Geschichten (am besten in Dauerschleife) haben eine große Wirkung - bekanntlich wiegt eine starke Behauptung mehr, als eine schwache Wahrheit. Und eben darin liegt die Gefahr, so dass einige Wenige, die große Mehrheit beeinflussen können.

Folgendes Zitat stammt von Christian Friedrich Hebbel: „Es ist unglaublich, wie viel Geist in der Welt aufgeboten wird, um Dummheiten zu beweisen.“ In einer Demokratie ist aber (glücklicherweise) alles erlaubt, was nicht gegen Gesetze verstößt - auch seine eigene Dummheit unter Beweis zu stellen.

Bleiben Sie gesund.
Carsten Gehse
HEAD SPA®